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US-Dampfhammer – Zero DSRX

Es herrscht weithin die Meinung, dass Elektroantrieb und Motorrad als solches nicht zusammenpassen. Dem gehen wir auf den Grund und testen von Zero das Modell DSR/X.

Das Design der 247kg schweren Zero kommt einer Reiseenduro sehr nahe. Die tiefe Sitzposition bezeichnen wir als ideal, um die 225 Nm Drehmoment auf die Strasse zu bringen, ohne auf dem Sozius Platz nehmen zu müssen. Bis anhin war die Triumph Rocket 3 Alleinherrscherin – mit 221 Newtonmeter bei 4000 Umdrehungen. Die Beschleunigung aus dem Stand ist hammerhaft. Noch nie habe ich auf einem Motorrad je solch brachiale Kraft verspürt. Auch bin ich froh darüber, dass ich in den Vollgaspassagen nie schalten muss, denn Kuppeln und Schalten würde wohl nicht funktionieren – ich muss mich am wohlgeformten Lenker regelrecht festhalten. Der wartungsarme Riemenantrieb bringt die Kraft gut aufs Hinterrad. Mit den vielfach einstellbaren Mappings bringt der 100 Pferde starke Elektromotor die Kraft gut auf den Boden, respektive auf das 19 Zoll Hinterrad. Leider sind die unzähligen Einstellungen für das Mapping nicht autodidaktisch, sondern eher kompliziert. Eine APP ist vorhanden, aber die Anzeigen werden nicht aufs Display übertragen. Schade. Testfahrten mit dem unglaublichen Drehmoment haben mir laufend ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Das Handling ist ebenfalls super. Ich empfehle jedem, während den ersten 30km einer Testfahrt das Drehmoment auf 50% zu reduzieren. Sicher ist sicher. Absolut vibrationsfrei kurve ich über Pässe und Landstrassen. Serpentinen durchfahre ich mühelos. Falls ABS gebraucht wird, ist es zur Stelle. Nach zwei Stunden bemerke ich, dass der Sattel für mich zu hart ist. Alles in allem wird jedermann die DSR/X als leichtfüssige Reiseenduro einstufen. Für mein Empfinden dürfte die Zero etwas weicher eingestellt sein. Das Gepäckteil misst 20 Liter, kann aber leider keinen Helm aufnehmen – aber viele andere Utensilien dagegen findet bequem Platz. Die 180km/h Höchstgeschwindigkeit sind aus meiner Sicht Theorie. Denn einer der Nachteile der 17,3 KW/h Batterie sind Autobahnfahrten. Aus der theoretischen Reichweite von 290 Kilometern bleiben bei zügigen Autobahnfahrten nur noch knapp die Hälfte. Bei Überlandfahrten mit straffen Tempi schaffe ich maximal 180 km. Der Akku kann in rund zwei Stunden an einer geeigneten Ladestation wieder volle Kapazität erreichen.

Tourenfahrten mit dem 23'090 Franken teuren Bike sollte man akribisch planen, und bei allen Stopps muss eine Ladestation vor Ort sein – sonst ist es aus mit der spassigen Dampfhammer Fahrt voller Emotionen.



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