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Roborock Saros 20 Sonic im Test: Der Putzteufel mit Klettergen und Zahnbürsten-Attitüde

vor 11 Minuten
3 Min. Lesezeit

Wow. Ich sehe meinem Küchenboden dabei zu, wie er sauberer wird, als wenn ich selbst putze, und ich frage mich, ob ich dem Saros dafür nicht eigentlich Trinkgeld geben müsste. Der Roborock ist so ein Gerät. Für unter 1000 Franken bekommt man keinen Saugroboter im klassischen Sinne, sondern eher einen kleinen, disziplinierten Butler, der nie Pause macht, nie meckert und, das muss man ihm lassen, deutlich gründlicher wischt als so manche Reinigungskraft.



Das Herzstück ist die neue VibraRise-5.0-Wischplatte, die dem "Sonic" in der Bezeichnung seine Existenzberechtigung verleiht. Statt stumpf mit einem feuchten Tuch über den Boden zu schleifen, vibriert die Platte bis zu 4000-mal pro Minute und presst sich dabei mit rund 14 Newton auf den Boden – was sich anhört wie die Aufgabenbeschreibung einer elektrischen Zahnbürste, aber eben für Parkett. Das Resultat: eingetrocknete Kaffeeflecken, die sonst hartnäckig an der Bodenoberfläche kleben wie schlechte Erinnerungen, lösen sich zuverlässig, ohne dass man selbst auch nur einen Finger krumm machen muss. Streifenfrei ist das Ergebnis obendrein, was bei Wischrobotern keineswegs selbstverständlich ist. Schade, gibt es keine Baumwollpads für offenporige Holzdielen, welche unseren Wohnbereich beherrschen.



Bei der Saugleistung fährt Roborock ebenfalls auf, was technisch machbar ist: 36000 Pascal, ein Wert, der in etwa dem Format handelsüblicher Akkustaubsauger entspricht. Krümel, Tierhaare, Laub und Sand, den irgendjemand offenbar dauerhaft ins Innere schmuggelt, haben gegen diese enorme Kraft keine Überlebenschance. Auch Ecken und die Zone unter dem Sofa, klassische Kapitulationsflächen jedes Saugroboters, meistert der Saros 20 dank ausfahrbarer Wischplatte und einem Navigationsturm, der sich bei niedrigen Möbeln absenkt, überraschend zuverlässig.



Richtig unterhaltsam wird es bei der Hindernisbewältigung. Das sogenannte AdaptiLift-Fahrwerk fährt bei Bedarf zusätzliche Räder aus und hievt den Roboter über einzelne Schwellen von bis zu 4,5 Zentimetern oder kombinierte Stufen von bis zu 8,8 Zentimetern… Beeindruckend ist das zweifellos. Nur: Was hochklettert, muss auch wieder herunter, und genau da zeigt sich die einzige spürbare Schwäche im Test. Nach besonders ambitionierten Aufstiegen tut sich der Saros gelegentlich schwer, den Rückweg zu finden, und steht dann leicht ratlos auf der erhöhten Position herum wie ein Wanderer, der den Gipfel erreicht hat, aber den Abstieg nicht eingeplant hatte.



Die RockDock-Basisstation wiederum erledigt den Teil der Hausarbeit, den alle verabscheuen: Sie leert den 2,5-Liter-Staubbehälter automatisch, füllt das Frischwasser nach, dosiert Reinigungsmittel und wäscht die Wischpads anschliessend mit bis zu 100 Grad heissem Wasser, bevor sie sie bei 55 Grad trockenbläst. Schnell steht fest – dieser Saugroboter ist besser organisiert als sein Besitzer.



In der App lässt sich das Zuhause in mehrere Karten und Zonen aufteilen, Reinigungsintensität und Wassermenge frei dosieren, und wer möchte, schickt den Roboter gezielt unter den Esstisch, statt ihm die ganze Wohnung als Ermessensspielraum zu überlassen. Die Laser-Navigation orientiert sich zuverlässig, auch in Räumen mit viel Möblierung, und merkt sich Layouts über mehrere Stockwerke hinweg.

Auch die Ausdauer kann sich sehen lassen: Nach 30 Minuten im maximalen Reinigungsmodus – also im energiehungrigsten aller Programme – zeigte der Akku im Test noch rund 70 Prozent Restladung an. Der Saros 20 hält also länger durch als die meisten guten Vorsätze, und mit Sicherheit länger als ich an einem Montagmorgen.



Am Ende bleibt die Preisfrage. Er ist nicht gerade ein Schnäppchen – eher ein Statement. Wer bereit ist, dieses Geld in wischfreie Böden zu investieren, bekommt dafür aber tatsächlich eines der überzeugendsten Gesamtpakete, die derzeit auf dem Markt zu finden sind: kraftvoll, gründlich, überraschend kletterfreudig und mit einer Wischtechnik, die selbst hartnäckigem Bodenschmutz die Contenance raubt.






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Kontakt: Daniel Jauslin | Unterer Rütschetenweg 25B | CH-4133 Pratteln | blog [at] jauslin.net

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