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Review Maserati SUV Grecale GT Mild-Hybrid 2022

Aktualisiert: 3. Jan.

Wild stösst Neptun seinen Dreizack durch die Meeresoberfläche. Mächtige Wogen sind zu spüren. Modena, der Geburtsort der traditionellen Sportwagenschmiede, hat, inspiriert von eben diesem ruhmreichen Meeresgott, eine Neugeburt für den Alltag geschaffen. Dem 4-Zylinder SUV wurde nebst Turboblader ein 48-V-Mildhybridsystem eingehaucht, welches uns Testfahrer staunen liess. Sagenhafte 5,6 Sekunden braucht der GT aus dem Stand auf 100km/h. Das ist ein erstaunlicher Wert, welcher sind im Alltag als richtig bemessen herausstellt.

Die Linien des Grecale lassen den Blutdruck schon beim näheren Betrachten steigen. Vollendete Dimensionen, passende Überhänge und kraftvolle Linienführung sprechen Aficionados des Dreizacks sofort an. Die dreifachen seitlichen Lufteinlässe sind seit 1947 ein charakteristisches Merkmal von Maserati. Innen überzeugen asymmetrische Linien, stilvolles Design und edle Materialen durch ein kreatives Zusammenspiel von Leder, Holz und Karbonfasern. Cool, wie die traditionelle italienische Handwerkskunst mit notwendiger, moderner Technik optisch zu gefallen vermag. Was äusserlich gefällt, missfällt hingegen technisch. Wir hatten während rund 700 Testkilometern mehrfach elektronische Probleme mit Verkehrsschilder- und Schlüsselerkennung, induktivem Laden, Öffnen und Schliessen oder manuellem Entriegeln der elektronischen Handbremse – um nur einige zu nennen. Wir sind überzeugt, dass dies mit Updates der Software behoben werden wird.

Wir können aus drei Fahrmodi am Sportlederlenkrad wählen: Comfort (sehr weich), GT (unser Favorit) und Sport (ideal für kurvige Strassen und Pässe). Aus unserer Sicht sind allzu viele Schalter am Lenkrad und vor allem schlecht beleuchtete – auch wenn das Schiebedach Rouleau offen ist, sieht man die angebotenen Funktionen nicht mehr. Nur der Fahrersitz lässt sich speichern. Beifahrer müssen auf diese Funktion gänzlich verzichten. Dafür sind heute Head-up Display, digitales Kombiinstrument, grosses Navigations- und Comfortdisplay, sowie auch ein ausgesprochen gutes Soundsystem an Bord. Einen Schalthebel sucht man vergebens. Aus vier Schaltern können Piloten die Gangart wählen: Park, Retour, Neutral, Drive/Manuel.

Schlussendlich schafft Mann sich einen Maserati an, damit der Spassfaktor beim Fahren gewährleistet wird. Der Sound für einen 4-Zylinder ist ansprechend, die Beschleunigung der knapp 2-Tonnen ist zufriedenstellend, das Alltagshandling des 485cm langen Italieners passt gerade noch so und die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 240 Km/h konnten wir gar nicht erst ausprobieren – der GT ist aber bei Geschwindigkeiten von 160km/h immer noch sehr gut isoliert. Bravo. Was wir bei einem modernen Alltags-SUV vermissen, ist eine elektrische Anhängerkupplung – nicht zum Ziehen von Anhängern, sondern zum zeitgemässen Anbringen von Fahrradträgern, damit auch Kunden der Marke mit Emblem von Neptun mit ihrem MTB näher zu entlegenen Trails fahren können. Schade.

Wir sind gespannt, ob der bald lieferbare Trofeo mit dem bereits bekannten V6 mit 530 Pferdestärken dem Liebhaber von Maserati die zusätzlichen Kosten von rund 38'000 EUR/CHF Wert sein wird. Wir denken, dass die 3.8 Sekunden auf 100km/h den einen oder anderen Kunden schlussendlich überzeugen werden – trotz dem Mehrgewicht von 150kg.

Fazit: Der Maserati bereitet viel Fahrfreude. Wenn die Ingenieure die elektronischen Fehler rasch beheben, werden sich wohl viele neue Kunden für diesen kräftigen, kühlen Nordostwind (Grecale) entscheiden.





www.maserati.com

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