• Daniel Jauslin (dja)

Land Rover Defender – Kultstatus mit Alltagstauglichkeit

Der neue Land Rover Defender ist mit dem rund 2 Millionen mal hergestellten Vorgänger kaum mehr zu vergleichen. In jenem kam Platzangst auf, weil der Innenraum viel zu klein bemessen war. Als Arbeitspferd für Gutsherren, zum Ziehen jeglicher Art von Anhängern bis hin zu Klettertouren über Hügel und Felsen war der Defender ein ideales Fahrzeug und nur ganz selten sauber – weder aussen noch innen.

Ich teste den kurzen, wendigen Defender 90 mit drei Türen als Variante mit 400 Pferdestärken des Benzinmotors. Wie erwähnt, erinnert ausser dem Namen und Einsatzgebiet nichts mehr an den Vorgänger. Bequem, luxuriös, dynamisch, hoch und trotzdem trendy. Der Luftwiderstand ist ein Thema für sich. Hier kann sich der Edelbrite mit der G-Klasse von Mercedes Benz messen; wer schiebt mehr Luft vor sich her oder pumpt bei konstanter Geschwindigkeit mehr Benzin durch die Einspritzanlage des Motors? Wahrscheinlich spielt dies weder für die Vertreter aus Grossbritannien noch diejenigen aus Germanien eine Rolle. Der Kaufentscheid basiert auf den Stärken dieser Art SUV.


Das Exterieur des Defender ist einfach einzigartig. Die unverwechselbare Silhouette spiegelt schon auf den ersten Blick den Charakter des Fahrzeugs wider. Robust, kräftig, wendig und vor allem: in jedem Gelände zuhause. Dank dem verstellbaren Luftfahrwerk hebt oder senkt sich der Brite auf Knopfdruck. Schier jedes noch so unüberwindbare Hindernis wird bewältigt. Cool. Besser ist kaum möglich. Nebst dem grossflächigen Sonnendach lassen zwei längliche Seitendachluken Licht ins Innere fallen – auch wenn hinten eher selten Passgieren sitzen werden. Trotz elektrischer Hilfe beim Einstieg zeigt sich die Schwierigkeit darin, auf die Bank zu kommen. Allerdings steht hinten mehr Platz zur Verfügung als ich dachte.


Der Durchschnittsverbrauch innerhalb von zwei Testwochen entspricht 12.5l auf 100km, was angesichts der Leistung und dem CW Wert akzeptabel ist. 550 Nm bei 2000 U/Min. zeigen hervorragende Kraft für den Dreiliter V6 Motor. Unser Testfahrzeug entspricht dem Modell 90X-Dynamic und ist für anspruchsvollste Bedingungen gedacht. Der Defender verfügt über Sitze mit belastbaren Robustec-Elementen, freiliegende hintere Abschleppösen und robuste Exterieur-Materialien. Ein Anhängerkupplung ist zwar nicht Standard, aber kaum jemand wird diese nicht in seine Konfiguration übernehmen – denn ob als Zugpferd für Wohn-, Bau- oder jegliche Art von Anhänger, der Land Rover kommt ohne Schwierigkeiten mit Lasten bis zu 3500 Kilogramm zurecht – und wie.

Just zum Modelljahr 2022 legt Land Rover noch zwei Zylinder daneben: V8 mit einem souveränen Kompressor bringt stolze 525 PS auf die traditionell vier angetriebenen Räder. Zum Angebot gehören ebenfalls die Modellversionen 90, 110 und Hard Top, eine Fülle an Ausstattungsvarianten und -optionen sowie motorseitig neben dem neuen V8 weitere moderne Benzin- und Dieseltriebwerke, ausserdem ein Plug-in Hybrid mit knapp 50 Kilometer rein elektrischer Reichweite.

Ich bin ob der Handlichkeit des Offroaders positiv überrascht. Die Leistungsentfaltung ist ebenfalls top. Das Luftfahrwerk ist für den kurzen Engländer ein Muss. Die komfortable Einstellung kommt bei zügigen Bergfahrten an ihre Grenzen. Die Lenkung ist präzise, die hohe Sitzposition macht mich zum unumstrittenen König der Strassen – kein anderer SUV-Fahrer sitzt so hoch, und falls doch, drücke ich auf Offroad und schon hebt mich die Federung gen Himmel.


www.landrover.com





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