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Ray-Ban Meta Wayfarer 2. Generation – James Bond trifft auf Mark Zuckerberg

Ich muss ehrlich sein: Als ich die Ray-Ban Meta Wayfarer zum ersten Mal aus ihrer edlen Verpackung zog, war mein erster Gedanke: "Oh cool, eine normale Brille." Mein zweiter Gedanke: "Warte mal – warum hat die normale Brille fünf Vertiefungen mehr als nötig?"

Design: Wayfarer war schon immer cool. Das bleibt so. Das ikonische Wayfarer-Design ist und bleibt ein Klassiker – und das ist auch gut so, denn die Meta-Ingenieure haben es offensichtlich verstanden, dass niemand eine Brille tragen will, die aussieht wie ein Raumschiff vor dem Gesicht. Die Brille sieht aus wie – eine Brille. Normal. Unauffällig. Meine Nachbarin hat sie getragen, ohne dass irgendjemand bemerkt hätte, dass sie heimlich Videos dreht. Was gleichzeitig cool und leicht gruselig ist. Die winzigen Kameras an den Ecken des Rahmens sind diskret versteckt – nur ein kleines LED-Lämpchen blinkt auf, wenn aufgenommen wird. Datenschutztechnisch also vollkommen einwandfrei. Solange man davon ausgeht, dass niemand je das LED-Lämpchen ignoriert.


Kamera: Spielberg kann aufhören, sich Sorgen zu machen. Die eingebaute 12-Megapixel-Kamera macht Fotos und Videos direkt aus der Ich-Perspektive. Das Ergebnis? Eine ehrliche, ungeschönte Sicht auf die Welt – inklusive meiner Hutkrempe, die oben im Bild auftaucht. Die Qualität ist für eine Brille beeindruckend. Bei Tageslicht entstehen Aufnahmen, die man tatsächlich vorzeigen kann. Bei Nacht oder in schlechten Lichtverhältnissen sieht alles aus wie ein impressionistisches Gemälde – was man je nach Kunstauffassung als Feature oder Bug bezeichnen kann. Video-Uploads direkt zu Instagram und Facebook funktionieren reibungslos. Wer hätte gedacht, dass Meta eine Brille baut, die perfekt mit Meta-Diensten funktioniert? Schockierend. Absolut niemand hat das kommen sehen.


Audio: Klein, aber oho. Die offenen Lautsprecher an den Bügeln liefern überraschend guten Klang für ihre Grösse. Musik hören, Anrufe führen, Sprachassistenten befragen – alles möglich. Der Haken: Es sind offene Lautsprecher. Das bedeutet, dass nicht nur ich zuhöre. Die ältere Dame im Bus neben mir wurde unfreiwillig in meine Podcast-Folge über Quantenphysik eingeweiht. Sie schien nicht begeistert. Bei lauter Umgebung wie der Basler Fasnacht, steigt die Aussenwelt ins Mikrofon ein wie ein ungebetener Gast auf einer Party. Windrauschen beim Fahrradfahren klingt, als würde man ein Interview mit einem Hurrikan führen.


Akku: Der ewige Kampf. Etwa vier Stunden Laufzeit – mehr ist nicht drin. Das ist die Achillesferse dieser Brille. Das mitgelieferte Ladecase hilft, bringt aber auch nur begrenzte Zusatzkapazität. Kurztrips: kein Problem. Tagesausflug ohne Steckdose in der Nähe – aber ich brauche die Brille wirklich nie länger als die Akkulaufzeit hergibt.

Fazit: Die Zukunft ist nett, aber braucht noch einen Koffein-Kick. Die Ray-Ban Meta Wayfarer ist das beste Argument dafür, dass smarte Brillen endlich erwachsen werden. Sie ist stylisch, funktional und nicht völlig absurd teuer. Für Content-Creator, Vielreisende oder Menschen, die einfach mal ihre Hände frei haben wollen: klare Empfehlung. Für alle anderen: Es ist eine Brille – mit Kamera, Lautsprecher, Mikrofon und Meta-Anbindung.







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Kontakt: Daniel Jauslin | Unterer Rütschetenweg 25B | CH-4133 Pratteln | blog [at] jauslin.net

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