MONOLITH TWO.55 – Klassiker, neu gedacht
- Daniel Jauslin (dja)

- 1. Aug.
- 4 Min. Lesezeit
Kamado-Grill PRO-Serie 2.0 inkl. Feuertopf Set & Feuerplatte
Als der MONOLITH TWO.55 in seiner Transportverpackung bei mir ankam, fiel mir als Erstes sein Gewicht auf. Nicht im negativen Sinne – im Gegenteil: Dieses satte, solide Gewicht ist ein Versprechen. Ein Versprechen, dass hier nicht gespart wurde. Das neue Gestell aus pulverbeschichtetem, galvanisiertem Stahl in edlem Mattschwarz macht schon beim Aufbau klar: Das ist kein Saisonartikel. Die Seitentische sind direkt am Gestell befestigt, was dem Ganzen eine Kompaktheit und Stabilität verleiht, die ich von anderen Grills dieser Klasse nicht kannte. Die hochwertigen Rollen gleiten auch über mein Terrassenholzdeck, ohne zu stocken – ein Detail, das erst auffällt, wenn es gut gelöst ist.

Das Herzstück: Keramik mit Geschichte
Was mich am MONOLITH mit einem Rostdurchmesser vom 44 cm schon immer fasziniert hat, ist die Herkunft der Keramik. Das Osnabrücker Unternehmen hat seinen Weg bis in die chinesische Provinz Yixing gefunden – eine Region mit 5000 Jahren Keramikerfahrung – und dort ein eigenes Herstellungsverfahren entwickelt. Das Ergebnis erlebt man beim Grillen: Die Silikat-Keramik speichert die Wärme nicht nur gleichmässig, sie hält sie auch über Stunden stabil. Einmal auf Temperatur gebracht, läuft der TWO.55 wie ein Uhrwerk. Ich habe ihn an einem Testabend über vier Stunden zwischen 120 und 180 °C gehalten – den Temperaturregler musste ich während dieser Zeit kaum berühren.
Das Chip-Feeder-System ist dabei ein echtes Highlight. Ich habe Buchenholzchips verwendet, und das feine Raucharoma, das in das Fleisch drang, war tief und komplex – ohne aufdringlich zu wirken. Hier zeigt sich, dass MONOLITH nicht einfach einen Grill baut, sondern ein Kocherlebnis gestaltet. Der Chip-Feeder für feines Raucharoma ist perfekt, da der Deckel nicht geöffnet werden muss, was den Garprozess unterbrechen würde. Die auf die Glut herunterfallenden Holz Chips rauchen somit langsam und verbrennen nicht einfach. Zusätzlich lege ich die Chips vorher jeweils für eine Stunde in kaltes Wasser.

Die Feuerplatte: Plancha trifft Kamado
Für meinen zweiten Testtag hatte ich mir die Feuerplatte vorgenommen und war gespannt, wie gut das Konzept in der Praxis funktioniert – besser als erwartet. Die 8 mm dicke Stahlplatte liegt passgenau im Keramikrand des Monolith. Die Abdichtung an der Unterseite sitzt perfekt, die Aussparung für den Ventildeckel bedeutet, dass ich die Kuppel nicht abnehmen muss – ein praktisches Detail, das im Alltag viel Unterschied macht.
Was die Feuerplatte besonders macht, ist ihr Temperaturprofil: Sie steht etwa 13 cm über den Rand des Grills hinaus, was an den Rändern eine spürbar kühlere Zone erzeugt. Ich habe gleichzeitig in der heissen Mitte Garnelen scharf angebraten und Spargel am Rand sanft gegart – das funktioniert so präzise, dass ich keine Kochplatte im Haus mehr bräuchte. Wichtig ist, dass für die Plancha richtig aufgeheizt wird, damit die Platte die volle Temperatur erreichen kann – und das dauert eine Weile. Die Aussparung für den Gastrobehälter als Fettauffangvorrichtung ist zudem ein cleverer Schachzug: Die Reinigung, die sonst Kamado-Nutzer etwas Zeit kostet, wird dadurch vereinfacht. Die Stahlplatte ist ausgesprochen schwer und verlangt eine passenden Aufbewahrungsmöglichkeit.
Um unterschiedliches Grillgut perfekt garen zu können, empfehle ich die Verwendung von Gloche und Spatula. So kann ich zum Beispiel Gemüse wenden, abdecken und beim perfekten Garpunkt sofort servieren. Ein wunderbares Zauberspiel.

Das SGS Feuertopf Set: der Grill wird zur Outdoor-Küche
Ich gebe zu: Ich war neugierig, ob ein Gusseisentopf auf einem Kamado-Grill wirklich Sinn macht – oder ob das einfach nur ein schönes Zubehör ist. Nach meinem Test bin ich überzeugt. Der halbmondförmige Feuertopf aus 4 mm emailliertem Gusseisen sitzt exakt im Smart Grid System (SGS) des TWO.55. Die Wärmespeicherung des Gusseisens in Kombination mit der gleichmäßigen Hitze des Kamados ergibt eine Kombination, die ich in dieser Form nicht kannte. Mein Schmorbraten – drei Stunden bei konstanten 140 °C – war saftig, mit einer Kruste, die ich sonst nur aus dem Restaurant kenne.
Der wendbare Deckel des Topfs ist dabei eine kleine Meisterleistung. Auf der glatten Seite habe ich Spiegeleier zum Frühstück gebraten; auf der geriffelten Seite am Abend Steaks mit Grillstreifen versehen. Der innenliegende Edelstahlrost schafft eine zweite Ebene im Topf – perfekt, um zum Beispiel gleichzeitig Fleisch zu schmoren und Beilagen zu dämpfen.

Fazit: Mehr als ein Grill
Der MONOLITH TWO.55 ist einer jener Artikel, die man kauft und nie mehr hergeben möchte. Das neue Gestell der PRO-Serie 2.0 wertet das Gesamtbild deutlich auf – ohne den Charakter des bewährten Kamados zu verändern. In Kombination mit der Feuerplatte und dem Feuertopf Set wird aus dem Grill eine vollwertige Outdoor-Küche, die vom schnellen Wochendinner bis zum mehrstündigen BBQ-Event alles meistert. Der Chef verbringt viel Zeit beim Grillen, da immer wieder Interveniert werden muss. Genau dies ist der Genuss für den Mann mit pyromanischer Ader.
Was mich am stärksten beeindruckt hat: Die Ausgeklügeltheit. Jede Komponente – vom Chip-Feeder bis zum Fettauffangbehälter – verrät, dass hier Entwickler am Werk waren, die selbst grillen und genau wissen, was im Alltag zählt. Deutsche Ingenieurskunst trifft chinesische Keramiktradition, und das Ergebnis hält, was es verspricht: ein Leben lang.

Fakten
Temperaturbereich: 70–400 °C
Außergewöhnliche Wärmekonstanz – sprich Dichtigkeit
Vielseitigkeit durch SGS-Zubehör
Chip-Feeder
Temperaturzonen der Feuerplatte von ca. 270 Grad innen bis ca. 80 Grad aussen




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