Das Cardo Packtalk Pro
- Daniel Jauslin (dja)
- vor 1 Tag
- 2 Min. Lesezeit
gilt als das technisch ausgereifteste Kommunikationssystem für Motorradfahrer. Das Flaggschiff kombiniert die gewohnte High-End-Performance mit innovativen Sicherheitsfunktionen. Herzstück des edlen, mattschwarzen Moduls ist ein integrierter Sensor zur automatischen Unfalldetektion. Dieser erkennt die bei einem Aufprall wirkenden Kräfte direkt am Helm. Über die Cloud der Cardo Connect App wird im Ernstfall ein automatischer Notruf an definierte Kontakte abgesetzt. Genauso nützlich ist die Auto-An/Aus-Funktion. Das Gerät schaltet sich bei Inaktivität selbstständig ab und erwacht bei der kleinsten Bewegung wieder zum Leben. Das schont den Akku massiv, obwohl dieser mit rund 10 Stunden Laufzeit ohnehin extrem ausdauernd ist. Eine IP67-Zertifizierung garantiert zudem absolute Wasserdichtigkeit. Regen, Matsch oder Staub können dem System nichts anhaben.

Einbau und Helmmontage
Die Installation erweist sich dank des durchdachten Lieferumfangs an gängigen Helmtypen als unkompliziert. Im Paket befinden sich robuste Klebepads sowie Klemmhalterungen. Damit lässt sich die Basisplatte flexibel an Integral-, Klapp- oder Enduro-Helmen fixieren. Die Headset-Einheit selbst rastet über die patentierte magnetische Air Mount Halterung völlig mühelos und bombenfest ein. Etwas Feingefühl ist lediglich bei der Kabelführung im Helminneren gefragt. Die massiven 45-mm-JBL-Lautsprecher sind spürbar grösser als der übliche 40-mm-Standard. In sehr eng geschnittenen Helmen müssen die Ohrpolster-Aussparungen exakt getroffen werden, um Druckstellen zu vermeiden. Sitzen die Treiber präzise, werden wir mit einem phänomenalen, druckvollen Klangbild belohnt. Selbst bei Autobahngeschwindigkeiten jenseits der 120 km/h bleiben Musik, Navigationsansagen und Gespräche dank optimierter JBL-Soundprofile glasklar hörbar. Gesteuert wird das System intuitiv per Daumen-Drehrad oder komplett freihändig über die reaktionsschnelle Sprachsteuerung ("Natural Voice Operation").
Universelle Mesh-Kopplung z.B. mit Sena-Systemen
Für die herstellerübergreifende Kommunikation nutzt Cardo seine Dynamic Mesh Communication (DMC) der 2. Generation im Zusammenspiel mit einer cleveren Überbrückungsfunktion. Da Cardo und Sena unterschiedliche, proprietäre Mesh-Protokolle verwenden, ist eine direkte Verbindung von Mesh zu Mesh unmöglich. Die Lösung ist eine Bluetooth-Bridge. Zur Einrichtung schaltet man das Packtalk Pro über die App kurzzeitig in den klassischen Bluetooth-Intercom-Modus und paart es mit dem Sena-Headset, das sich im universellen Intercom-Pairing-Modus befindet. Sobald die Kopplung steht, wechselt das Cardo wieder zurück in sein DMC-Netzwerk. Durch dreimaliges Tippen auf die Intercom-Taste am Packtalk Pro wird die Brücke manuell aktiviert. Der Sena-Fahrer ist nun fest in das Cardo-Mesh integriert und kann gleichzeitig über sein eigenes Gerät die restliche Sena-Gruppe via Sena-Mesh mitnehmen. Zu beachten ist, dass diese Brücke auf einem Bluetooth-Kanal basiert. Die beiden gekoppelten Verbindungsgeräte sollten daher während der Fahrt einen Abstand von rund 80 Metern nicht überschreiten, um Signalabrisse zu vermeiden. Sollte der Kontakt dennoch abreissen, versucht das Cardo dank Auto-Reconnect fünf Minuten lang selbstständig, die Brücke im Hintergrund wieder aufzubauen.

Fazit
Das Cardo Packtalk Pro untermauert seinen Premium-Status eindrucksvoll. Die akustische Leistung der 45-mm-JBL-Lautsprecher ist konkurrenzlos, und die innovative Sturzerkennung bringt einen echten Sicherheitsgewinn für Solofahrer und Gruppen. Auch wenn die physische Unterbringung der grossen Lautsprecher in kompakten Helmen Geduld erfordert und die markenübergreifende Kommunikation über die Bluetooth-Bridge reichweitenbedingt Kompromisse fordert, bleibt das System das Mass der Dinge. Wer auf der Suche nach maximalem Sound, erstklassiger Verarbeitung und modernster Konnektivität ist, investiert hier absolut richtig.

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