• Text & Fotos: Daniel Jauslin

Durch das magische Andalusien auf einer Harley-Davidson


John Richards, Inhaber von Harley Basel, hat seine Kunden zu einer neuntägigen Spanien Rundreise eingeladen. Dazu hat er mit Riders in Spain Tour seinen kompetenten Partner vor Ort gefunden, welcher die Motorradreise als Hype angepriesen hat. Wie sich nach 1685 Kilometer im Sattel einer Street Glide zeigte – zu Recht.

Mittels Direktflug nach Málaga hat die Reise bereits bei besten Wetterbedingungen in Zentraleuropa begonnen. Leider wusste der Wettergott Andalusiens nicht, dass wir – als weitgehend eingefleischte Harley-Gruppe – so weit gereist sind, um den Sonnenschein im Süden Spaniens im April so richtig zu geniessen. Am Flughafen wurden wir herzlich begrüsst, die Gepäckstücke in den bereitstehenden Bus geladen – eine kurze Fahrt, und schon waren wir im Hotel angekommen. Zimmerkarte, WLAN Passwort und andere wichtige Informationen fand ich auf dem persönlichen Couvert. Dies hat meinen Mundwinkeln ein erstes Lächeln abverlangt, was ob der hervorragenden Organisation nicht das letzte Mal gewesen sein sollte. Das 4 Sterne Haus direkt am Strand und ans Flughafenareal grenzend war aufgrund der späten Ankunft in Málaga ideal gelegen. Anstelle von salziger Meeresbrise war die Luft eher von Kerosin durchdrungen, was manch einen weniger störte oder sogar einen Hauch Ferienstimmung auszulösen vermochte. Aus Zeitgründen hat das gemeinsame Essen im hoteleigenen Restaurant stattgefunden. Das Buffet mit den aufgehäuften Speisen wirkte nicht gerade einladend, aber die frisch zubereiteten Fische und das Fleisch haben hervorragend gemundet. Auch der Käse war köstlich. Vor allem das Quittengelee, welches zu einer festen Masse verarbeitet wurde, punktete. Anschliessend stellten wir uns einander innerhalb der Gruppe vor. Wir wurden auf die bevorstehende Etappe nach Granada mit einem Tagesablauf vorbereitet, Fragen wurden beantwortet und Unklarheiten beseitigt.

Wie versprochen standen am nächsten Morgen alle Bikes vor dem Hotel. Der Transport des eigenen Motorrades vom Händler bis nach Spanien und wieder zurück ist im Preis inbegriffen. Zudem konnte jeder Teilnehmer seine Motorradausrüstung wie Helm, Stiefel, Lederkleidung etc. zusammen mit dem Bike kostenlos transportieren lassen. Nach dem reichhaltigen Frühstück tauchten fast alle Teilnehmer mit Regenkleidern beim Treffpunkt auf. Sofort machten alte, bekannte Weisheiten wie «es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung» die Runde. Wie wichtig die Stereotypisierung von Harley-Fahrern ist, war am Reisetag ersichtlich sowie am ersten Fahrtag Tatsache geworden. Überall machten sich Harley Logos und Skullsbreit: auf Lederjacken, Hosen, Helmen, Brillen, Regenbekleidung – wohl auch auf der einen oder anderen Unterwäsche. Nichts desto trotz wartete die illustre Gesellschaft, bevor die erste Etappe unter die Räder genommen werden konnte: Ein Töff hat den Transport nicht ganz ohne Schaden überstanden. Es musste die Feder am Ständer ersetzt werden, damit die Road King überhaupt erst starten konnte. Dominic, der mitgereiste Mechaniker von Harley Basel, hat schnell und unkompliziert das Problem behoben. Ein grosses Dankeschön an Dominic, der als unser «Besenwagen» zuverlässig auf uns aufgepasst hat und alle technischen Probleme sofort lösen konnte. Während dieser unvorhergesehen Pause machte ich mich mit der Street Glide vertraut, welche mir während der kommenden sieben Tage als Sparringpartner diente – Schläge musste sie bei Leibe viele wegstecken. Inzwischen wurde das Gepäck von der Organisation im Lieferwagen verstaut und wir, wie jeden Tag, mit einer Wasserflasche ausgerüstet. Cool.

Im Konvoi legen wir endlich los und fahren den Weg dem Meer entlang Richtung Torre del Mar, wo wir später nordwärts zur Sierra de Tejedaund deren spektakulären Bergkämmen abzweigen. Welch ein Genuss, die kurvigen Bergstrassen hochzufahren und im Hintergrund 1500 Meter hohe, schneebedeckte Berge zu sehen. Diese Landschaft zeichnet sich aus durch beeindruckende Steilhänge, raue Felsformationen und scharfe Bergkämme. Es war sicher nicht leicht, diese natürliche Mauer zu überwinden, als sich der Mensch Wege durch die Landschaft gebaut hatte. Die Pfade führten über Pässe, über welche der gefangene Fisch zur Fischbörse in Granada gebracht wurde. Genau, Granada ist unser Reiseziel. Am Fuss der Berge liegen Dörfer wie Arenas, welche sich weiss gekalkt von der Umgebung hervorheben. Wir fahren ununterbrochen an Orangen- und Zitronenbäumen vorbei, was schon fast einen exotischen Eindruck hinterlässt. Zum Glück ist die erste Etappe mit wenig Autobahnanteil vorgesehen. Auf den letzten Kilometern Richtung Ziel ragt rechts von uns der weltbekannte Naturpark der Sierra Nevada auf, welcher 1986 wegen der Vielfalt und Einzigartigkeit seiner Flora (man nennt ihn auch das «botanische Kleinod Europas») und seiner charakteristischen Fauna zur Biosphären Reserve erklärt wurde. Im Hotel angekommen, steht unser Gepäck bereit. Nach einer kurzen Pause mit Umziehen und Duschen geht es mit dem Bus zur Alhambra,einer bedeutenden Stadtburg auf dem Sabikah-Hügel, die als eines der bedeutendsten Beispiele des maurischen Stils der islamischen Kunst gilt. Die Alhambraist eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Europas und seit 1984 UNESCO Weltkulturerbe. Die Burganlage ist rund 740 Meter lang und bis zu 220 Meter breit. Der Baukomplex ist eine für das Mittelalter typische Kombination aus einer befestigten Oberstadt mit einer separaten Zitadelle für den Machthaber. Die Oberstadt beherbergte neben dem Adel und dem Militär auch die höher stehende Bürgerschaft, Kaufleute sowie wichtige Handwerker. Auch die Waffenschmiede befand sich hier. Als Alcazabaspricht man in der Literatur von einer Stadtburg, also einer Akropolis, was wiederum einer grossflächigen Befestigungsanlage mit stadtähnlichem Charakter entspricht. Es ist ein Traum, diese vom neunten bis sechzehnten Jahrhundert immer wieder veränderte Anlage zu besichtigen. Die Vertreter von Mohammed und Christus bekriegten sich immer wieder und deren Einfluss gibt dem Komplex eine so bedeutende und spezielle Note. Entsprechend dem maurischen Einfluss essen wir arabisch zu Abend. Die Stimmung ist toll, und ausnahmsweise fliesst auch kein Alkohol…. Der kurze Spaziergang danach durch Granada und das maurische Viertel ist spannend und rundet die Erlebnisse des Tages passend ab.

Der zweite Tag auf den Bikes bringt eine der vielen kleinen Fototouren für mich. Mein Navi führt mich zum vorprogrammierten Ort. Nur gerade 14 Kilometer von der Stadt entfernt, taucht vor mir nicht nur ein Wildschwein auf, nein, auch eine wunderbare Naturlandschaft im Wechsel von nassem zu trockenem Wetter. Der Embalse de Quéntar, ein wunderbarer kleiner Stausee, an der GR-3201 liegend, taucht vor mir auf und bietet mir ein unvergessliches Motiv. Ich nehme diese Stimmung in mir auf, bis meine Kollegen und Kolleginnen auf ihren Milwaukee Zweizylinder Maschinen auftauchen. Lange bevor ich sie sehen kann, dringt der sonore, einzigartige Sound in meine Ohren und lässt mich erneut lächeln. Herrlich. Wenige Kilometer später kommen wir zum weitaus grösseren Stausee Francisco Abellán und anschliessend nach Guadix, wo wir unsere Bikes direkt vor der Kathedrale abstellen können. Bei bestem Sonnenwetter besichtigen wir die Altstadt und verzehren an einem idyllischen kleinen Platz eine Valenzianische Meeresfrüchte Paella als Mittagsmahl. Anschliessend verläuft die abwechslungsreiche Berg- und Talfahrt durch schöne Landschaften, duftende Pinienwälder mit fantastischer, mannigfaltiger Aussicht bis hinauf auf die schneebedeckte Sierra Nevada. Von dort fahren wir weiter Richtung Meer. Je näher wir Almeria kommen, desto besser können wir erkennen, dass sich riesige Früchte- und Gemüseplantagen bis hinunter ans Wasser ausbreiten. Entlang der Küste sehen wir beklagenswerte Stadtruinen, welche im Grund erstellt, aber nie fertig gebaut wurden – eine Verunstaltung der Natur. Die Fahrt dem Meer entlang ist wunderbar, aber nur mit beschränkter Höchstgeschwindigkeit (50km/h) möglich. Im Hotel angekommen, finden wir das Gepäck bereitstehend, und wie gewohnt werden die Bikes sicher im Parkhaus verstaut. Das Hotel erweist sich als angenehm, die Zimmer zur Strassenseite sind etwas zu laut. Der Stadtbummel führt zur Muralla de Jairán, einem Aussichtspunkt mit einer Christus-Statue, welche über Stadt und Hafen wacht. Der Spaziergang zum Casa Puga weckt den Hunger. Die kleine Tapasbar hat ein passendes Ambiente und die aufgetischten Speisen werden in Windeseile weggeputzt. Der Alkohol fliesst in Strömen – die Stimmung könnte besser nicht sein.

Am kommenden Tag steht die Fahrt in den National Park Cazorla auf dem Programm. Bei schönstem Wetter und angenehmen Temperaturen brechen wir Richtung Nationalpark Tabernas auf. Wiederum ziehen wir Kurve um Kurve durch pittoreske Landschaften und geniessen das Stampfen unserer amerikanischen Kultbikes. Schnelle, langgezogene Serpentinen lassen unseren Puls höher schlagen. Wir steuern Richtung Sternwarte und realisieren, dass alle paar Minuten die Temperatur trotz blauem Himmel und Sonnenschein markant sinkt. Am Observatorium angekommen, werden wir mit sagenhaften Aussichten belohnt. Die Laune ist auf einem Höhepunkt. Jux um Jux und Spruch um Spruch sind trotz klirrender Kälte zu hören. Weiter geht’s durch alte Minen und Pfade, wo nur noch Maultiergespanne zum Ritt durch die Vergangenheit fehlen. Kilometer um Kilometer können wir Bilder von abwechslungsreichen Landschaften auf unsere organischen Festplatten brennen — ein Erlebnis extraterrestrischer Art. Das Mittagessen findet hoch über einem Stausee in Form eines Picknicks statt. Cool, aber nicht kalt. Wir steigen auf und fahren durch weitläufige Landschaften zur nächsten Destination — dem Nationalpark Carzorla, durch unzählige Olivenhaine, Meile um Meile. Welch ein Genuss. Gegen Ende der Tagesetappe wird das Wetter schlechter und wir können es kaum erwarten, im Hotel die Annehmlichkeiten eines SPA zu erleben und unsere müden und kalten Knochen zu entspannen. Inmitten des Nationalparks nutzt die Organisation die Hotelküche für das gemeinsame Nachtessen.

Am Morgen, bei leichtem Nieselregen, packen wir uns in unsere Regenkleidung und staunen nicht schlecht darüber, was das Gewitter nachts mit den kleinen Landstrassen angestellt hat. Überall durchqueren Rinnsale die Fahrbahn, begleitet von losgelöster Erde. Miguel, unser Führer, hat dies sofort bemerkt und sein Durchschnittstempo auf rund 40 km/h reduziert. Ein Danke von allen Teilnehmen. Bis zu unserer Kaffeepause hatten wir bereits unzählige Rehe neben den Wegen gesichtet, welche durch den Sound unseres Konvoys vertrieben wurden. Sorry. Nach der Kaffeepause kommt der wohl schönste Abschnitt unserer Tour — anfangs leider saukalt! Auf der Passhöhe angekommen, zeigt das Thermometer 3 Grad. Ich fühle mich unterkühlt, trotz der wärmenden Sonnenstrahlen. Die Cumbre De Pontones stellt Trockenschinken auf 1480 Meter über Meer her. Alle Produkte sind zu 100% natürlich fabriziert und mit Liebe zum Detail handgefertigt. Der angelieferte Schinken wird gesalzen und verliert dadurch rund 40 % Gewicht. Anschliessend wird er mit einem Kilo Salz pro Kilogramm Gewicht eingelegt. Ein Schinken, welcher 12 Kilogramm wiegt, wird also zwölf Tage eingelegt. Das Endprodukt ist mindestens fünf Monate gelagert und besteht je zur Hälfte aus köstlichem Fleisch und Knochen. Nach der Verköstigung, auf einer sensationellen Fahrt mit zum Teils breiten, kurvenreichen Landstrassen, können wir wieder Rotwild beobachten. Es riecht himmlisch nach wildem Rosmarin und wird uns in bester Erinnerung bleiben. Am Nachmittag treffen wir in Baezaein, ein Renaissance- und UNESCO Weltkulturerbe. Diese friedliche Stadt von unvergleichbarer Schönheit ist umgeben von unzähligen architektonischen Juwelen: behauener Stein im Kontrast mit weiss gekalkten Flächen – bei jedem Schritt ein unvergesslicher Blick. Unser Konvoi wird von einer Polizeieskorte ins Zentrum der Stadt zum Hotel geleitet. Das Haus befindet sich inmitten der historischen Altstadt, ein ehemaliger Palast aus Stein mit einer ruhigen, exquisiten Atomsphäre. Im Innenhof des Patioliegt ein kleiner Swimmingpool, welchen wir trotz der inzwischen heissen Temperaturen noch nicht nutzen können. Ein Spaziergang durch das Zentrum, eine Kugel frische Eiscreme und ein unvergesslicher Abend im Restaurant La Pintadamit klassischen Klängen und Flamenco Tanz, welcher mit der passenden Mimik absolut aussagekräftig die erzählten Geschichten untermauert, runden den prächtigen Tag ab.

Wie jeden Morgen fahren wir unsere Bikes aus der Tiefgarage, heute mit dem Wissen, dass wir eine 300 Kilometer lange Überführungsetappe auf der Autobahn via Cordoba nach Sevilla vor uns haben. Nichts ist langweiliger, als im Verbund mit rund 100 Sachen eine Distanz wie zum Beispiel von Berlin nach Hamburg zurückzulegen. Zum Glück legen wir einen Stopp in Cordoba ein. Die Stadt, deren Vorläufer bis in die römische Antike reichen, ist von ihrem historischen Erbe und vielen Bauten aus der Zeit der maurischen Herrschaft geprägt, als Córdoba zeitweilig das Zentrum von Regierung und Gelehrsamkeit auf der iberischen Halbinsel und eine der grössten Städte der Welt war. Die aus einer Moschee hervorgegangene Mezquita und ein Grossteil der Altstadt, eine der grössten erhaltenen Europas, sind seit 1984 UNESCO Weltkulturerbe. Ein Besuch im Innern ist ein Muss für alle Liebhaber von vielseitig verspielten Kulturen. Wir speisen in einem kleinen Hof unter Orangenbäumen, welche herrlich blühen und duften. Das Essen schmeckt in solcher Umgebung einfach besser. Es wird wärmer, heisser, und langsam bringt der Fahrtwind nicht mehr die erhoffte Kühlung. Die Aussentemperatur steigt auf 30 Grad an, bis wir am späten Nachmittag in Sevilla, der Hauptstadt Andalusiens, eintreffen. Es fühlt sich an wie im Sommer – kein Wunder, wir hatten schliesslich am Vortag auf knapp 1500 Meter gerade einmal 3 Grad gemessen. Noch heute zeugen in Sevilla, welches direkt am Ufer das Guadalquivir liegt, zahlreiche Spuren von der reichen arabischen Vergangenheit der Stadt und ihrer glanzvollen Funktion als Hafen für den Handel mit Amerika. Alle Strassen und Plätze im historischen, idyllischen Zentrum der andalusischen Hauptstadt strahlen Heiterkeit und Ambiente aus. Der Plaza de España inmitten der Stadt haut mich um. Unübertrieben einer der coolsten Plätze Spaniens. Erbaut zur Ibero-Amerikanischen Weltausstellung 1929, beeindruckt der halbrunde Platz durch seine Architektur aus roten Ziegelsteinen und bemalten Kacheln. Der Durchmesser von 200 Metern soll die Umarmung der südamerikanischen Kolonien durch Spanien symbolisieren. Jede Stadt respektive Provinz ist mittels einer passenden Szene auf Kacheln vertreten. Eine Empfehlung für Augen und Gaumen ist das Restaurante San Marco „Baño Árabe Siglo XII“ an der Mesón del Moro 6 -10. Wir beenden den Tag und verarbeiten die gewonnenen Eindrücke in der lauschigen Aussen Bar des Hotels.

Die bevorstehende Etappe nach Algeciras beginnt mit der Fahrt aus der Stadt. Schnell zeigt sich das magische und abwechslungsreiche Andalusien von einer neuen Seite, auf herrlichen Strassen mit sehr viel Grün. Weizenfelder ziehen sich über die Hügel und werden so zu einem echten Schauspiel der Natur. Mit dem leichten aber stetigen Wind biegen sich die noch grünen Kornhalme und hinterlassen den Eindruck von sich bewegendem Wasser. Entlang einem Stausee und über einen Pass zeigt sich das mannigfaltige Andalusien erneut von seiner besten Seite. Blühender Ginster und Orangenblüten verzaubern die Luft und die, welche davon atmen. Stramme andalusische Stiere und Kühe säumen den Fahrweg links und rechts. Die Strassen sind extrem holprig und haben viele Schlaglöcher. Im Gegensatz zur Fahrbahn ist die Umgebung aber herrlich. Viel unberührte Natur. Wir fahren durch „Los Angeles“, und je näher wir dem Meer kommen, desto salziger wird die Luft, und schon bald können wir das naheliegende Meer riechen. Unzählige bewohnte Storchennester säumen den Pfad und wir alle zeigen vor Staunen und Lachen die Zähne. Vom Hotel aus fahren noch einige Fans weiter nach Tarifa, von wo aus Afrika zu sehen ist. Auf dem Rückweg erscheint Gibraltar im besten Abendlicht, und starker Wind ermöglicht den Möwen beeindruckende Flugmanöver. Das Abendessen nehmen wir mit Blick auf den Felsen von Gibraltar in La Línea de la Concepcion zu uns. Die Stimmung ist wie immer locker, fröhlich und stimmig.

Der letzte Fahrtag wird Tatsache. Heute besuchen wir auf dem Weg zurück nach Málaga die Kleinstadt Ronda. Ronda liegt auf einem Berggipfel. Sie besitzt eine atemberaubende Lage oberhalb einer tiefen Schlucht. Diese El Tajoteilt die Neustadt, welche ungefähr aus dem 15. Jahrhundert stammt, von der Altstadt aus der Zeit der maurischen Herrschaft. Die Puente Nuevo, eine Steinbrücke über der Schlucht, bietet einen spektakulären Aussichtspunkt. Die in der Neustadt gelegene Plaza de Toros, eine legendäre Stierkampfarena aus dem 18. Jahrhundert, gehört zu den hervorstechendsten Wahrzeichen der Stadt. Bevor wir dort eintreffen, fahren wir am Rande des Nationalparks Los Alcomocales entlang durch attraktive Landschaften, vorbei an abgelegenen Dörfern über eindrückliche Landschaften auf einer Meereshöhe von 740 Meter. Nach einer Erkundungs- und Einkaufstour nehmen wir die letzte Etappe unserer Reise in Angriff. Da wir sieben und mehr Beaufort Wind haben, beschliessen wir, auf direktem Weg nach Málaga zu fahren. Kein Wunder, umschliessen unzählige Windkraftturbinen die Strecke. Diese drehen fast geräuschlos und speisen die in Energie umgewandelte Windkraft ins Stromnetz. Im bereits bekannten Hotel angekommen, stellen wir die Bikes vor die bereitstehenden Gestelle, packen unsere sieben Sachen und bereiten uns auf einen abschliessenden Abstecher in die Stadt vor. Die gemeinsame Fahrt in die Innenstadt ist wie jeden Abend Bestandteil der Organisation und im Preis inbegriffen. Der Bummel durch die Gassen der Hauptstadt der Costa del Sol mit den zahlreichen historischen Zeugnissen auf engem Raum, spiegeln die lange Geschichte von Nordafrikanern, Karthagern, Römern und Mauren wieder. Das wohl bekannteste Kind (geboren 1881) von Málagaist mit Sicherheit Pablo Picasso, welcher eine tragende Schlüsselfunktion der klassischen Moderne und des Kubismus innehatte.

Erleichtert, dass jeder von uns unfallfrei fast 1'700 Kilometer zurückgelegt hat, vergessen wir die Kälte, Wartezeiten und kleine Unannehmlichkeiten und erfreuen uns der perfekten Organisation von Riders in Spain.

Wenn ich die Erlebnisse Revue passieren lasse, dann wird mir augenscheinig, wie toll alles von Anfang an geplant und durchgeführt wurde. Einen grossen Applaus an die Veranstalter. Die Reise wurde laufend dynamisch angepasst und somit die Sicherheit und der Komfort für die Gruppe gewährleistet. Die Bikes wurden problemlos von der Heimat zur Destination und zurückbefördert. Immer stand rechtzeitig ein Bus da, die Koffer wurden von Hotel zu Hotel bugsiert, Essen und Getränke standen in meist bemerkenswerten Restaurants zur Fülle bereit. Ein stetiges Nachfragen nach unseren Bedürfnissen und Befinden hat sichergestellt, dass sich alle Teilnehmer pudelwohl gefühlt haben. Bravo.

Der Heimreisetag hat mir gezeigt, dass ich mich darauf freue, die Erlebnisse in Wort und Bild festzuhalten. Aber gleichzeitig bedeutet dies Abschied von coolen Menschen und magischen Momenten in Spaniens Süden. Nichts ist hier offenkundiger als die Vielfalt der Natur. Jedes Detail erinnert an die aussergewöhnliche Fülle Andalusiens.

www.ridersinspain.com

www.andalucia.com

www.cumbredepontones.com

www.sanmarco.es

www.hdbasel.ch


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