• Daniel Jauslin (dja)

Brissago – Träume am Lago Maggiore


Das Tessin ist vielseitig wie kaum ein anderer Kanton in der Schweiz. Vor allem kennt man Ascona, Locarno und Lugano. Brissago hingegen, die letzte Schweizer Gemeinde am See, keine zwei Kilometer vom Piemont entfernt und mit Blick in die Lombardei, wo der mächtige 2188 Meter hohe Ghiridoneder höchste Berg am Lago Maggiore thront. Dank des aussergewöhnlich milden Klimas gedeihen subtropische Gärten mit Zitronen, Orangen und Azaleen, Magnolien, Kamelien und selbstverständlich Palmen. Auf Grund des 38‘000m2 grossen Parks mit toller Aussicht auf den See und die Weite nächtigen wir im Parkhotel Brenscino – natürlich in Brissago. Der Park ist am Hang angelegt und beherbergt nebst Gästen, die mit dem Blick in die Endlosigkeit verzaubert werden oder von der Vielfalt der bunten Blüten, Früchte und Pflanzen immer wieder durch die Anlage schlendern, auch eine Minigolfanlage, Liegestühle sowie abwechslungsreiche Sitz- und Beobachtungsmöglichkeiten. Der Poolbereich ist sowohl für Familien als auch für Paare geeignet. Das 3 Sterne Superior Hotel verfügt über 82 Zimmer und Suiten. Wir empfehlen, unbedingt rechtzeitig eine Style Junior Suitezu buchen (Achtung: derer gibt es nur zwei). Sie ist offen gestaltet, verfügt über eine freistehende Whirlpool-Wanne und einen grossen Balkon mit herrlicher Seesicht. Zudem findet man in dieser Zimmerkategorie Bademantel und Slippers für den kurzen Spaziergang zum Pool. Der USP des Parkhotels ist die riesige Terrasse mit perfektem Blick auf den See, Brissago und Ascona. Hier zu frühstücken kann kaum getoppt werden. Unter einer schattenspenden Pergola mit Weintrauben zu Essen ist unvergleichlich…

Keine zehn Minuten Fussweg vom Hotel entfernt liegt die Wallfahrtskirche Sacro Monte dell’Addolorata. Der Kreuzweg, über den man den heiligen Berg erreicht, ist schon eine Augenweide für sich. Vom Kapuziner Bruder Roberto Pasotti wurden über den Weg verteilt Bildstöcke aufgestellt, die um die Jahrtausendwende mit modernen Kunstwerken bemalt wurden. Am Wallfahrtsort angekommen, der sich auf einer felsigen Landzunge erhebt, die bis über den Lago Maggiore zu reichen scheint, bietet sich einem ein atemberaubender Blick über den See und auf die gegenüberliegenden Berge.

Bekannt ist Brissago auch für seine 1847 gegründete Zigarrenfabrik, Fabbrica Tabacchi di Brissago, Geburtstort der berühmten krummen Virginia-Zigarre und älteste Manufaktur im Kanton Tessin. Das Gebäude der Tabakfabrik, mittlerweile im Besitz der Firma Dannemann, prägt das Ortsbild bis heute. Gleich nebenan, ebenfalls direkt am Seeufer, ist eines der schönsten Beispiele lombardischer Architektur in der Schweiz zu bewundern: die Renaissancekirche Madonna di Ponte – und gleich daneben den neuen kleinen Lido (Strandbad) von Brissago. Das Essen in Brissago ist ebenfalls sehr zu empfehlen. Im Hotel schmecken die Menues der Halbpension sehr lecker und im Kalea,direkt an der Anlegestelle der Kursschiffe, stehen einige Besonderheiten bereit, um von den Gästen verkostet zu werden.

Zitat: Nichts ist hier mehr augenscheinlich als die Vielfalt der Natur. Jedes Detail erinnert an die aussergewöhnliche Energie des Tessins. Lara Harwood

Wie zwei im See verankerte Schiffe ruhen die Inseln von Brissago im Blau des Lago Maggiore. Beide sind veritable Naturparadiese. Während die kleinere der beiden Inseln nicht betreten werden darf (seltene einheimische Pflanzen sollen hier ungestört gedeihen), dient die grössere als botanischer Garten des Kantons Tessin. Rund 1500 Pflanzenarten, die sonst nur in subtropischem Klima wachsen, werden hier seit dem 19. Jahrhundert gezogen. Der vorzügliche Windschutz der umgebenden Bergketten und das dank des Sees milde Klima machen dieses Wunder möglich. Erschaffen hat diesen Garten Eden zwischen 1885 und 1928 die russische Baronin Antoinette Saint-Léger. Viele der Pflanzen, die sie auf die Insel brachte, sind immer noch zu bestaunen, so der Zimtbaum vom Himalaja, der nach Kampfer duftet, die Gladiole aus Madagaskar, die nackte Zypresse aus den nordamerikanischen Sumpfgebieten, deren Stamm ins Wasser taucht, und weitere exotische Pflanzen. Ihr Nachfolger, der deutsche Kaufhauskönig Max Emden, setzte ihr Werk fort. In seiner neoklassischen Villa sind heute ein Hotel mit zehn Zimmern sowie ein Restaurant und die Verwaltung des Botanischen Gartens untergebracht. Mehrmals täglich nimmt das Linienschiff von Brissago aus Kurs auf die Insel. Unser Tipp: Nehmen Sie frühmorgens das Schiff, dann bleibt genügend Zeit die Insel fast alleine zu erkunden.

Von Brissago führt ein aussichtsreicher Panoramaweg nach Monte Verità, der Wiege der Alternativbewegung oberhalb von Ascona. Auf einer Felsterrasse zwischen Ascona und Brissago gelegen, wird der Ort wegen seiner sagenhaft schönen Aussicht „Balkon über dem Lago Maggiore“ genannt. Zahlreiche Künstler liessen sich einst dort nieder und fanden auf dem Friedhof ihre letzte Ruhe, etwa Erich Maria Remarque, der Autor von „Im Westen nichts Neues“, und seine Frau, die Schauspielerin Paulette Goddard. Aber auch der Maler Richard Seewald und Max Emden, früherer Besitzer der Brissago-Inseln, sind hier begraben. Ein Besuch des Friedhofs ist daher eine spannende Zeitreise.

Die Uferpromenade Ascona’s mit unzähligen Restaurants ist der ideale Ort, um auch bis spät in die Nacht hinein La Dolce Vitazu zelebrieren. Wer für einen Tag auf die Ticino Card verzichten oder einen Ausflug ins nahe Italien machen möchte, kann im Brenscinogünstig (CHF 65/Tag) einen Fiat 500 Cabriolet mieten und auf diese Weise Freude und Spass am Seeufer des Lago Maggiore erfahren.

Die Schweiz bietet weltweit das dichteste Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln. Auch abgelegene Gebiete sind mit Bus und Bahn gut erreichbar und laden dazu ein, auf Entdeckungstour zu gehen und bisher unbekanntere Orte zu besuchen. Seit 2017 gibt es für Gäste im Tessin das «Ticino Ticket» mit dem man im gesamten Kanton den öffentlichen Verkehr frei nutzen kann. Ein weiteres Plus sind die Vergünstigungen auf die Eintritte zu den wichtigsten Freizeiteinrichtungen sowie den Bergbahnen und Schifffahrtgesellschaften im Tessin.

Wir sind sehr glücklich darüber, einmal nicht in den Metropolen des italienisch sprechenden Kantons logiert zu haben. Nur zehn Autominuten von Ascona entfernt erleben wir eine natürliche Idylle und den Komfort einer Suite, ohne den Preis eines 5 Sterne Hauses berappen zu müssen. Brissago ist und bleibt eine Reise wert.

www.ticino.ch

www.ticket.ticino.ch

www.brenscino.ch

www.restaurant-kalea.ch

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Kontakt: Daniel Jauslin | Unterer Rütschetenweg 25B | CH-4133 Pratteln | blog [at] jauslin.net