• Daniel Jauslin (dja)

Wechselobjektivqualität im Kompaktformat


Mit dieser Kompaktkamera zielt Panasonic auf all jene User, welche eine grosse und schwere SLR lieber zu Hause lassen – nicht aber auf die individuell bedienbare Kamera verzichten wollen.

Der erste Eindruck hat keine zweite Chance. Dies ist unbestritten. Ohne Frage erfüllt die neue Panasonic DMC-LX100 diese Vorstellung. Knapp 400g wiegt die Kleine. Sofort bemerkt man, dass mechanische Einstellungsmöglichkeiten vorhanden sind. Und wie. Die Blendenskala von 1.7 bis 16 kann man in 1/3 Stufen mechanisch am Objektiv verstellen. Und ja, es ist eine Präzisionsoptik aus dem Hause Leica mit Lichtstärke 1.7. Ebenfalls kann der Fokusmodus Auto und Manuell als auch die Bildformate 4:3, 1:1, 16:9 oder 3:2 am Objektiv gewählt werden. Ebenfalls mechanisch sind die Verschlusszeiten von 1/4000 bis 1 Sekunde mittels Einstellrad neben dem Auslöser zu wählen. Zusätzlich ist ein ebenfalls mechanisches Blendenkorrekturrad +3/-3 mit Drittelstufen am richtigen Ort angebracht. Cool. Um dem guten ersten Eindruck noch eins draufzusetzen sieht man auf dem LCD-Monitor 1:1, wie sich die Korrektur auf das Bild auswirkt. Perfekt. Das 7½ cm Display mit 921'000 Bildpunkten ist sehr hell und lässt einen nie im Zweifel ob ein Bild scharf geworden ist.

Die Lumix hat einen FourThirds Hochempfindlichkeitssensor-MOS-Sensor mit effektiven 12.8 Megapixel. Damit sind Aufnahmen ohne Weitwinkelverlust in den Seitenverhältnissen 4:3, 3:2 oder 16:9 möglich. Immerhin hat der Sensor ein Format von 11,8 x 15,7 mm und effektiven 16.84 MP. Er zeichnet sich durch ein hervorragendes Signal-/Rauschverhältnis aus und erzeugt Bilder mit minimalem Rauschen selbst bei hohen ISO-Werten (bis 25'600). Ergebnis ist eine nuancierte Farbwiedergabe, gleichbleibend hohe Schärfe über das gesamte Bildfeld und naturgetreue Detailwiedergabe – eine Bildqualität auf Wechselobjektiv-Niveau.

Zur herausragenden Bildqualität trägt auch das neu entwickelte Leica DC-Vario-Summilux entsprechend 24-75mm KB seinen Teil bei. Es bietet hohe Lichtstärken von f/1,7-2,8 bei herausragender Detailzeichnung und Auflösung bis in die Bildecken. Das 3,1-fach Zoom besteht aus elf Linsen in acht Gruppen, darunter zwei ED- und fünf asphärische Linsen mit acht asphärischen Oberflächen. Durch die effektive Lichtstärke wird es einer Vielzahl fotografischer Situationen und Motive wie der Landschafts- und Portrait-Fotografie gerecht. Dank des starken MOS-Sensors steht dabei ein vielseitiger Gestaltungsspielraum durch geringe Schärfentiefe zur Verfügung. Neun Blendenlamellen erzeugen eine praktisch kreisrunde Öffnung mit entsprechend ansehnlichem Bokeh in den unscharfen Motivbereichen.

Die LX100 ist mit einem integrierten Live-View-Sucher mit einer entsprechenden Auflösung von 2,8 Millionen Bildpunkten und naturgetreuer Farbwiedergabe ausgestattet. Die Suchervergrösserung von zirka 0,7x / 1,39 x (35mm KB) erlaubt eine entspannte Betrachtung des 16:9 Sucherbildes, welches 100% des Motivs auch zeigt. Schade, dass nicht mehr Hersteller einen Live-View-Sucher in deren Kompaktkameras integrieren. Jeder Fotograf – ob Hobby oder Profi – musste blind auslösen, da auf dem Monitor nichts mehr zu erkennen war.

Panasonic bringt auch neue Fokus-Optionen. Hybrid-Kontrast-AF heisst das rasend schnelle DFD-System, das in 0.14 Sekunden zwei Aufnahmen mit unterschiedlichen Schärfeebenen einstellen kann. Der Vollbereichs-AF erlaubt die beliebige Positionierung des AF-Punktes fast im gesamten Bildfeld. Der Fokussierbereich umfasst 49 Felder!, welche im benutzerdefinierten Multi AF-Modus variabel kombiniert werden können. Beim Fokussieren mit einem AF-Feld kann dessen Grösse sowohl bei automatischer wie manueller Fokussierung stufenlos verändert werden. Der „Pin-Point“-AF erlaubt die Fokussierung auf kleinste Motivdetails, wobei der ausgewählte Punkt in einem eigenen Lupenfenster als Bild-im-Bild vergrössert dargestellt wird. Wow. Beim Tracking-AF wurde die Genauigkeit der Motiverfassung und Bewegungsberechnung verbessert. Mit dem „Low-Light“-AF kann sogar bei herrschender Dunkelheit fokussiert werden. Das hat bei Vollmond und klarem Sternenhimmel überraschend gut funktioniert.

Natürlich gehört es zum guten Ton einer Premium Kompaktkamera, dass ein Blitzschuh vorhanden ist. Somit können auch Blitzaufnahmen gemacht werden, wenn die Gegebenheiten nach Blitzleitzahl 30 und mehr schreien. Schliesslich hat das Objektiv mit 24mm Brennweite einen Bildausschnitt, welcher mit viel Blitzlicht ausgeleuchtet sein möchte.

Nun, so gut die Handhabung und mechanischen Einstellungsmöglichkeiten auch sein mögen, so kompliziert ist die elektronische Steuerung der Menüpunkte. Glauben Sie ja nicht, Sie könnten sich autodidaktisch durch das Labyrinth des Minos hindurchfinden. Keine Chance. Also habe ich es erst nach wochenlanger Übung endlich geschafft, eine der drei Funktionstasten zu belegen?...

Darüber hinaus kann die LX100 sogar auch filmen. Mit ihr können hochauflösende Videos in 4K (3’840 x 2’160 Pixel, bis zu 25B/s, MP4-Format) aufgezeichnet werden. Für die zuverlässige 4K-Videoaufzeichnung werden die neuen Speicherkarten der Speed Class 3 verwendet. Sie garantieren gleichbleibende Mindest-Schreibgeschwindigkeit von 30MB/s, wie sie für 4K-Video erforderlich ist. Eine Video-Direktstarttaste erlaubt jederzeit den spontanen Start einer Filmaufnahme, ohne weitere Voreinstellungen.

Fazit: Als Premium Kompaktkamera mit ausgezeichneter Bildqualität ist die Panasonic LX100 sehr zu empfehlen. Die vielen manuellen Einstellungsmöglichkeiten, der helle Sucher und das gestochen scharfe Display haben Suchtpotential. Das 3.1 fache, lichtstarke Leica Vario-Summilux ist hervorragend. Ebenso die Verarbeitung. Die Faktoren lassen einen vergessen, dass da noch eine zu verbessernde Menüführung wäre...

Facts:

16.84 MP

Lichtstärke 1.7 – 2.8

24-75mm KB Zoom Bereich

WiFi

NFC

22 digitale Effekte

optischer Bildstabilisator

Gesichtserkennung

HDMI, USB-Multi Anschlüsse

Fernbedienung mittels APP

Gewicht Betriebsbereit: 391g

Masse: 114.8 x 66.6 x 55mm

Akku-Kapazität: max. 350 Aufnahmen

www.panasonic.com


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Kontakt: Daniel Jauslin | Unterer Rütschetenweg 25B | CH-4133 Pratteln | blog [at] jauslin.net